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Pflegegrad bei Demenz: So wird richtig eingestuft

Seit 2017 zählen bei der Pflegebegutachtung geistige Einschränkungen genauso wie körperliche. Für Menschen mit Demenz ist das ein großer Fortschritt – vorausgesetzt, die Begutachtung bildet den Alltag realistisch ab.

Wie die Begutachtung funktioniert

Nach dem Antrag bei der Pflegekasse kommt der Medizinische Dienst (bei Privatversicherten Medicproof) zu einem Hausbesuch. Bewertet wird, wie selbstständig die Person in sechs Lebensbereichen ist. Fünf davon fließen gewichtet in die Gesamtpunktzahl ein:

BereichGewichtung
Mobilität10 %
Kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (der höhere Wert zählt)15 %
Selbstversorgung40 %
Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen20 %
Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte15 %

Bei Demenz sind vor allem die Bereiche Kognition und Verhalten, Selbstversorgung und Alltagsgestaltung wichtig: Kann sich die Person zeitlich und örtlich orientieren? Erkennt sie Gefahren? Gibt es nächtliche Unruhe, Ängste oder abwehrendes Verhalten? Braucht sie Anleitung beim Waschen, Anziehen oder Essen?

Welche Punktzahl für welchen Pflegegrad?

PflegegradGesamtpunkte
112,5 bis unter 27
227 bis unter 47,5
347,5 bis unter 70
470 bis unter 90
590 bis 100

So bereiten Sie sich vor

Gut zu wissen: Viele Menschen mit Demenz wirken bei Besuch fitter, als sie im Alltag sind („Fassadenverhalten“). Sprechen Sie Schwierigkeiten deshalb offen an – wenn nötig auch in einem kurzen Gespräch ohne die betroffene Person.

Wenn der Bescheid nicht passt

Gegen den Bescheid können Sie innerhalb eines Monats nach Zugang schriftlich Widerspruch bei der Pflegekasse einlegen. Verschlechtert sich der Zustand später, ist jederzeit ein Antrag auf Höherstufung möglich. Wie der Antrag allgemein abläuft, erklärt unser Ratgeber Pflegegrad beantragen.

Häufige Fragen

Welchen Pflegegrad bekommt man bei Demenz?
Das hängt nicht von der Diagnose ab, sondern davon, wie selbstständig die Person im Alltag ist. Je nach Ausprägung sind alle Pflegegrade von 1 bis 5 möglich.
Wie wird Demenz bei der Begutachtung berücksichtigt?
Kognitive und kommunikative Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen werden eigens bewertet. Der höhere der beiden Werte fließt mit 15 Prozent in die Gesamtpunktzahl ein. Hinzu kommen unter anderem Selbstversorgung und Alltagsgestaltung.
Was tun, wenn der Pflegegrad zu niedrig ist?
Innerhalb eines Monats nach Zugang des Bescheids kann schriftlich Widerspruch bei der Pflegekasse eingelegt werden. Bei einer Verschlechterung ist jederzeit ein Höherstufungsantrag möglich.

Sie brauchen Unterstützung beim Pflegegrad?

Wir beraten Sie kostenlos und helfen bei Antrag und Vorbereitung auf die Begutachtung.

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